Asset Allocation oder auch Vermögensaufteilung genannt

Andre Kostolany sprach einmal davon, dass man ein Drittel des Vermögens in Immobilien halten sollte, ein Drittel in Geld oder Anleihen, ein Drittel in Aktien – „Und ein Drittel im Ausland“, wie er gerne schmunzelnd hinzufügte. Diese einfache Faustregel ist sicher ein guter Anfang.

Schuldentilgung hat Vorrang

Bevor du Geld investierst, sollten alle persönlichen (schlechten) Schulden – d.h. alle Schulden die nicht für den Vermögensaufbau dienen wie z.B.: Kredit für Immobilieninvestments um die Eigenkapitalrendite zu hebeln maximal 20 Prozent des gesamten Nettovermögens (Vermögen inklusive Immobilien minus Schulden) betragen.

Vorsichtiger mit zunehmendem Alter

Gerade weil Alter nicht vor Torheit schützt, solltest du bedenken, dass du Jahr für Jahr weniger Zeit hast, begangene (Anlage-) Fehler wieder auszubügeln. je mehr man sich dem Pensionsalter nähert, desto wichtiger werden gesicherte Erträge, auch wenn man damit auf Gewinnchancen verzichtet. Umgekehrt ist es so, dass es jünger man ist, desto mehr Risiko eingegangen werden kann, wenn das Verhältnis zwischen Nettovermögen und Schulden passt.

Risikofreude und Einkommen zählt

Je höher das regelmäßige Einkommen ist, desto mehr kannst du investieren. Und das umso mehr, je risikofreudiger du gestrickt bist. Entscheidend hierfür ist das Verhältnis zwischen dem Veranlagungsvolumen und dem Gesamtvermögen. Je kleiner dieser Teil am Gesamtvermögen (inklusive Eigenheim) ist, desto dynamischer und „riskanter“ kann die persönliche Anlagestrategie sein.

Gold und Silber bringen keine Zinsen

Gold und Silber eignen sich als eiserne Reserve für den Krisenfall, also als Versicherung und weniger um Vermögen zu vermehren. Edelmetalle werfen keine Zinsen ab, die Preise schwanken stark und es gibt politische Risken. Mit dem Bretton-Woods System wurde der Goldpreis von 1944 bis 1971 politisch festgesetzt und zwar bei 35 US-Dollar je Unze.

Anlagestrategien für verschiedene Altersbereiche

Anlagestrategie für 20 bis 40 Jährige

Wann, wenn nicht JETZT! Mit einem langen Anlagehorizont hast du die Zeit, Ertragsrückschläge auszusitzen. Das Motto Heißt daher „All In“! Neben der monatlichen oder quartalsmäßigen Ansparung von dynamischen Aktienfonds bzw. ETFs (ETFs sind billiger das sie nur einem Index folgen und nicht aktiv von einem Fondsmanager verwaltet werden) die in Themenbereiche wie z.B.: Rohstoffe oder Gesundheit anlegen oder in Schwellenländer, also die sogenannten Emerging Markets anlegen kann man bei entsprechender Risikofreude noch Chancen bei (Bio-)Technologieaktien, Crowd Investing, Hochzinsanleihen und Emerging Markets Anleihen mitnehmen.

Wer weniger Risiko verträgt, etwa ein „ausgewogener“ Anlagetyp ist achtet mehr auf Erträge und wird daher Dividendentitel mit höher verzinsten Anleihen kombinieren. Sehr defensive Anleger halten mit ausreichenden Cashreserven genügend Pulver trocken und gehen über offene Immobilienfonds und inflationsgeschütze Anleihen in echte Sachwerte.

Asset Allocation jung und dynamisch (ab 35.000 EUR)

  • 50% Aktien und Aktienfonds bzw. ETFs (Dividenden-Aktien weltweit, Dividenden-Aktien Regionen, Dividenden-Aktien Sektoren)
  • 20% Anleihen (Unternehmensanleihen Investment Grade und High Yield, Staatsanleihen – Schwellenländer)
  • 10% Crowd Investing
  • 10% P2P-Kredite (z.B.: Auxmoney, Bondora)
  • 10% Cashreserven in sichere schnell verfügbare Anlagen (Tagesgeldkonten)

Asset Allocation jung und ausgewogen (ab 35.000 EUR)

  • 30% Aktien und Aktienfonds bzw. ETFs (Dividenden-Aktien weltweit, Dividenden-Aktien Regionen, Dividenden-Aktien Sektoren)
  • 40% Anleihen (Unternehmensanleihen Investment Grade und High Yield, Staatsanleihen – Schwellenländer)
  • 10% Crowd Investing
  • 10% P2P-Kredite (z.B.: Auxmoney, Bondora)
  • 10% Cashreserven in sichere schnell verfügbare Anlagen (Tagesgeldkonten)

Asset Allocation jung und defensiv (ab 35.000 EUR)

  • 25% Aktien und Aktienfonds bzw. ETFs (Dividenden-Aktien weltweit, Dividenden-Aktien Regionen, Dividenden-Aktien Sektoren)
  • 45% Anleihen (Unternehmensanleihen Investment Grade und High Yield, Staatsanleihen – Schwellenländer)
  • 10% offene Immobilienfonds (Ausschüttend)
  • 20% Cashreserven in sichere schnell verfügbare Anlagen (Tagesgeldkonten)
Anlagestrategie für 40 bis 50 Jährige

In diesem Alter darf man mit starken Einkommenszuwächsen rechnen. Die berufliche Erfahrung macht sich bezahlt. Wenn es gut läuft, hast du schon einen Grundstock an Vermögenswerten aufgebaut. Vielleicht gibt es auch schon Schenkungen oder Erbschaften.

Oft ist der finanzielle Polster auch notwendig um die Ausbildung der Kinder zu finanzieren. Das wichtigste ist also der Vermögenserhalt und kalkulierbare Gewinne einzufahren. Im Gegensatz zu den 20 bis 40 jährigen solltest du das Investmentrisiko auf verschieden Asset-Klassen also Anlageklassen bzw. Anlagekategorien und Produkte streuen.

Wer sehr vorsichtig ist, nicht viel gewinnen, vor allem aber nicht ärmer werden will, sollte auf den realen Vermögenserhalt achten. Die Anlageerträge sollten über der Inflationsrate liegen. Hierfür eignen sich Anlageimmobilien (Miete an Verbraucherpreisindex gekoppelt) und inflationsgeschütze Staats- und Bankanleihen, die über einschlägige Fonds abgedeckt werden können.

Für solche Inflationslinker braucht man normalerweise nicht so einen langen Anlagehorizont (fünf bis 10 Jahre) wie für Anlageimmobilien bei denen das Geld gut 20 Jahre gebunden ist.

Bei den Immo-Investments eignen sich 1-3 Zimmerwohnungen bis max. 55m² Wohnfläche in sehr guter Lage und Verkehrsanbindungen und am besten mit Grünflächen.

Asset Allocation 40 bis 50 dynamisch (ab 50.000 EUR)

  • 40% Aktien und Aktienfonds bzw. ETFs (Dividenden-Aktien weltweit, Dividenden-Aktien Regionen, Dividenden-Aktien Sektoren)
  • 40% Anleihen (Unternehmensanleihen Investment Grade und High Yield, Staatsanleihen – Schwellenländer)
  • 5% Crowd Investing
  • 5% P2P-Kredite (z.B.: Auxmoney, Bondora)
  • 10% Cashreserven in sichere schnell verfügbare Anlagen (Tagesgeldkonten)

Asset Allocation 40 bis 50 ausgewogen (ab 50.000 EUR)

  • 30% Aktien und Aktienfonds bzw. ETFs (Welt, Schwellenländer, Rohstoffe, Umwelt, Technologie)
  • 40% Anleihen (Unternehmensanleihen Investment Grade und High Yield, Staatsanleihen – Schwellenländer)
  • 5% Crowd Investing
  • 5% P2P-Kredite (z.B.: Auxmoney, Bondora)
  • 10% offene Immobilienfonds (Ausschüttend)
  • 10% Cashreserven in sichere schnell verfügbare Anlagen (Tagesgeldkonten)

Asset Allocation 40 bis 50 defensiv (kleineres Budget ab 30.000 EUR)

  • 20% Aktien und Aktienfonds bzw. ETFs (Welt, Schwellenländer, Rohstoffe, Umwelt, Technologie)
  • 45% Anleihen (Unternehmensanleihen Investment Grade und High Yield, Staatsanleihen – Schwellenländer)
  • 5% Crowd Investing
  • 10% offene Immobilienfonds (Ausschüttend)
  • 20% Cashreserven in sichere schnell verfügbare Anlagen (Tagesgeldkonten)
Anlagestrategie für 50 bis 60 Jährige

Jetzt sind wir bei der Erbengeneration. Das Durchschnittsalter der Erben liegt in Österreich bei 54 Jahren. Finanziell steht man deshalb oft sehr gut da, weil man nochmals beruflich befördert wird und ein ordentliches Gehalt winkt. Es kann aber auch anders kommen: Im schlimmsten Fall muss man vorübergehen mit finanziellen Engpässen rechnen. Die Arbeitslosigkeit liegt in Österreich deutlich unter dem Durchschnitt.

Wir gehen einmal vom besseren Fall aus: Die Kinder sind bereits ausgezogen und haben ihre Ausbildung abgeschlossen. Die Ausgaben sinken, das Nettovermögen kann sich anhäufen. Es gibt viel mehr denn je zu verlieren. Der Vermögenserhalt hat somit oberste Priorität. Die starke Finanzkraft ermöglicht jedoch gewisse spekulative Spielräume wie beispielsweise einen monatlichen Sparplan in dynamische Aktienfonds.

Da aufgrund der hohen Reserven ein Teil aus langfristig veranlagt werden kann, sind beispielsweise Crowd Investments ein Thema.

Asset Allocation 50 bis 60 dynamisch (ab 50.000 EUR)

  • 40% Aktien und Aktienfonds bzw. ETFs (Welt, Schwellenländer, Rohstoffe, Umwelt, Technologie)
  • 40% Anleihen (Unternehmensanleihen Investment Grade und High Yield, Staatsanleihen – Schwellenländer)
  • 5% Crowd Investing
  • 5% P2P-Kredite (z.B.: Auxmoney, Bondora)
  • 10% Cashreserven in sichere schnell verfügbare Anlagen (Tagesgeldkonten)

Asset Allocation 50 bis 60 ausgewogen (ab 50.000 EUR)

  • 30% Aktien und Aktienfonds bzw. ETFs (Welt, Schwellenländer, Rohstoffe, Umwelt, Technologie)
  • 45% Anleihen (Unternehmensanleihen Investment Grade und High Yield, Staatsanleihen – Schwellenländer)
  • 5% Crowd Investing
  • 10% offene Immobilienfonds (Ausschüttend)
  • 10% Cashreserven in sichere schnell verfügbare Anlagen (Tagesgeldkonten)

Asset Allocation 50 bis 60 defensiv (ab 50.000 EUR)

  • 10% Aktien und Aktienfonds bzw. ETFs (Welt, Schwellenländer, Rohstoffe, Umwelt, Technologie)
  • 45% Anleihen (Unternehmensanleihen Investment Grade und High Yield, Staatsanleihen – Schwellenländer)
  • 20% offene Immobilienfonds (Ausschüttend)
  • 25% Cashreserven in sichere schnell verfügbare Anlagen (Tagesgeldkonten)
Anlagestrategie für über 60 Jährige

Jetzt hat natürlich der Vermögenserhalt und sichere Erträge Vorrang. Will man das angesparte Kapital für die Altersvorsorge verwenden, kann man sich über ausschüttende defensive Rentenfonds (Anleihenfonds) monatlich eine Zusatzpension auszahlen lassen. Diese kann man etwa auch zur Überbrückung einer möglichen Einkommenslücke bis zum gesetzlichen Pensionsalter nutzen, wenn man vorzeitig in Rente gehen möchte oder muss.

Das Ziel muss aber nicht unbedingt der Kapitalverzehr sein. Vielleicht möchte man ja noch etwas vererben oder sich eine Extrapension dazu verdienen. Letzteres funktioniert mittels Anleihenzinsen, Ausschüttungen aus Fonds oder ETFs, Dividendenausschüttungen oder Mieterträgen.

Wie auch immer deine persönlichen Pläne sind, findest du hier je nach Risikoneigung verschiedene Musterportfolios die dir einen Anhaltspunkt geben wie du dein Vermögen investieren kannst.

Asset Allocation älter 60 dynamisch (ab 50.000 EUR)

  • 20% Aktien und Aktienfonds bzw. ETFs (Welt, Schwellenländer, Rohstoffe, Umwelt, Technologie)
  • 60% Anleihen (Unternehmensanleihen Investment Grade und High Yield, Staatsanleihen – Schwellenländer)
  • 10% offene Immobilienfonds (Ausschüttend)
  • 10% Cashreserven in sichere schnell verfügbare Anlagen (Tagesgeldkonten)

Asset Allocation älter 60 ausgewogen bis defensiv (ab 50.000 EUR)

  • 10% Aktien und Aktienfonds bzw. ETFs (Welt, Schwellenländer, Rohstoffe, Umwelt, Technologie)
  • 70% Anleihen (Unternehmensanleihen Investment Grade und High Yield, Staatsanleihen – Schwellenländer)
  • 10% offene Immobilienfonds (Ausschüttend)
  • 10% Cashreserven in sichere schnell verfügbare Anlagen (Tagesgeldkonten)

Bei entsprechendem Vermögen kann jeweils auch mit Wohnungskäufen diversifiziert werden!

Produkte die in Frage kommen

Bei der Auswahl von Fonds solltest du dir die Frage stellen:

Was hat Bestand? Wie hoch sind die Kosten? Verspricht mir das Investment eine langfristige Topperformance?

Die Ausgabeaufschläge und Verwaltungsgebühren sollten niedrig sein. Entsprechend günstig sind Indexfonds in Form von börsennotierten ETFs (Exchange Traded Funds), aber auch günstige Dauerbrenner mit hohem Volumen (Beispiel: DWS Top Dividende).

Bei den einzelnen Aktien empfehle ich, auf eine lange Historie, starke Marken und eine solides Gewinn-, Cashflow- und Dividendenwachstum zu achten. Bei Staatsanleihen sind die Staatsverschuldung, das Haushaltsdefizit sowie die Entwicklung des Credit-Ratings entscheidend.

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